Zurück

Häufige Fragen zur Mitarbeitendenbefragung

Häufige Fragen zur Mitarbeitendenbefragung

Hier finden Sie Antworten auf typische Fragen aus der Praxis, von der Planung über die Durchführung bis zum Follow-up.

Was unterscheidet eine Mitarbeitendenbefragung von einer Pulsbefragung?

Eine Mitarbeitendenbefragung schafft in der Regel ein breites, belastbares Gesamtbild über zentrale Themenfelder. Pulsbefragungen sind kürzer und helfen, Entwicklungen in kürzeren Abständen zu verfolgen oder einzelne Themen nachzuhalten. In vielen Organisationen ergänzen sich beide Formate.

Wie lang sollte ein Fragebogen sein?

So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Jede Frage braucht einen klaren Zweck, alles, was gefragt wird, sollte später auch ausgewertet und bearbeitet werden, sonst schadet es der Akzeptanz bei der nächsten Befragung.

Eine allgemeingültige ideale Fragenzahl gibt es nicht. Entscheidend sind Bearbeitungszeit und Relevanz der einzelnen Fragen.

Eine Meta-Analyse1 von 20 Studien fand niedrigere Rücklaufquoten bei längeren Fragebögen. Die Autor:innen betonen allerdings, dass sich der Einfluss der Länge nicht vollständig vom Einfluss der Inhalte trennen ließ. Die Untersuchung bezog sich auf Fragebögen im Gesundheitsbereich und liefert deshalb keine feste Vorgabe für Mitarbeitendenbefragungen.

Wie stellen wir Anonymität sicher?

Durch eine Kombination aus technischen und organisatorischen Maßnahmen. Technisch heißt das: keine Rückverfolgbarkeit einzelner Antworten und Mindestgruppengrößen bei der Auswertung, üblich sind 5 bis 7 Personen. Organisatorisch heißt das: transparente Kommunikation darüber, wer welche Ergebnisse sieht, und klare Regeln für den Umgang mit den Daten. Anonymität ist ein Versprechen, das eingelöst werden muss.

Wer sollte intern verantwortlich sein?

Es braucht eine eindeutige Projektleitung, meist jemand aus dem HR-Bereich, mit direktem Zugang zur Geschäftsführung. Dazu kommen definierte Rollen für Kommunikation, Mitbestimmung, Führungskräfte und punktuell die IT. Der häufigste Fehler: Viele reden mit, niemand entscheidet. Ein kleines, entscheidungsfähiges Kernteam schlägt jede große Steuerungsgruppe.

Bei größeren Befragungen kommt häufig ein erweitertes Projektteam mit Vertretungen aus Fachbereichen, Standorten oder der Mitbestimmung dazu. Dieses sichert Akzeptanz und trägt die Umsetzung in die Organisation.

Welche Themen gehören in eine Mitarbeitendenbefragung?

Die Themen sollten sich an zwei Fragen orientieren: Was wollen wir über unsere Organisation erfahren? Und: Was sind wir bereit, danach zu bearbeiten? Wer ein belastbares Gesamtbild will, sollte thematisch breit rangehen, um alle relevanten Stellhebel zu erfassen, die auf den Erfolg der Organisation wirken. Klassische Felder sind Führung, Zusammenarbeit, Kommunikation, Arbeitsbedingungen und Engagement. Jedes Thema im Fragebogen ist ein Versprechen, sich damit zu beschäftigen.

Was kostet eine Mitarbeitendenbefragung?

Die Kosten hängen vom gewählten Umsetzungsweg und vom Umfang des Projekts ab.

Mit Studio nutzen Organisationen die Software für die eigenständige Erstellung, Durchführung und Auswertung ihrer Befragungen.

Im Full Service beeinflussen insbesondere die Zahl der Mitarbeitenden, die Organisationsstruktur, benötigte Sprachen und Erhebungswege, der Umfang des Reportings sowie die gewünschte Umsetzungsbegleitung den Preis. Eine Befragung mit einem zentralen Gesamtbericht hat einen anderen Aufwand als ein internationales Projekt mit zahlreichen zielgruppenspezifischen Reports.

Full-Service-Projekte kalkuliert PRIOTAS individuell.

Was passiert nach der Ergebnispräsentation?

Die Ergebnispräsentation ist nur ein Zwischenschritt. Danach geht es um Einordnung, Priorisierung, Maßnahmenableitung und Umsetzungsbegleitung. Dort entscheidet sich, ob die Befragung Wirkung entfaltet. Die Ergebnispräsentation ist der Startschuss für diese Arbeit.

Wann sind Benchmarks sinnvoll?

Benchmarks sind hilfreich, wenn sie zur jeweiligen Zielgruppe passen und gezielt eingesetzt werden. Branchenvergleiche sind vor allem für das Top-Management relevant, um die Organisation im Wettbewerbsumfeld einzuordnen. Interne Vergleiche machen Unterschiede zwischen Bereichen sichtbar, Zeitvergleiche zeigen Entwicklungen. Wichtig ist, bewusst zu steuern, welche Vergleiche in welchen Bericht fließen, zu viele Benchmarks lenken Führungskräfte eher ab, als dass sie ihnen Orientierung geben. Auch Stellhebelanalysen helfen bei der Einordnung, weil sie zeigen, wo sich ein genauerer Blick lohnt. Kein Benchmark ersetzt am Ende die Frage, was die Ergebnisse für die eigene Organisation bedeuten.

Was leistet eine Stellhebelanalyse konkret?

Sie beantwortet eine der wichtigsten Fragen nach einer Befragung: Wo lohnt es sich am meisten, anzusetzen?

Eine Stellhebelanalyse zeigt, welche Themenfelder statistisch besonders eng mit Zielgrößen wie Engagement oder Commitment zusammenhängen. Dadurch lassen sich Themen identifizieren, die bei der Priorisierung genauer geprüft werden sollten.

Die Analyse liefert keine automatische Aussage über Ursache und Wirkung. Sie verbindet die Bewertung eines Themas mit seiner statistischen Beziehung zur jeweiligen Zielgröße und ergänzt damit reine Ergebnis- und Benchmarkvergleiche.

So lassen sich Ressourcen gezielt dort einsetzen, wo sie die größte Hebelwirkung entfalten.

Was tun, wenn frühere Befragungen versandet sind?

Erst ehrlich klären, woran es lag, meistens an unklaren Verantwortlichkeiten, fehlender Priorisierung durch die Führung oder daran, dass Führungskräfte mit den Ergebnissen allein gelassen wurden. Vor der nächsten Befragung braucht es dann einen definierten Folgeprozess und ein klares Mandat von der Geschäftsführung, ohne sichtbares Commitment von oben versandet auch die nächste Befragung. Wer macht was bis wann, das muss vorher feststehen. Und offen kommunizieren, was diesmal anders läuft: Mitarbeitende merken sofort, ob es ernst gemeint ist.

Wie binden wir Führungskräfte sinnvoll ein?

Früh und konkret. Führungskräfte sind diejenigen, die Ergebnisse in den Teamalltag übersetzen. Das funktioniert nur, wenn sie die Befragung mittragen. Dafür brauchen sie drei Dinge: verständlich aufbereitete Ergebnisse, ein klares Mandat für die Arbeit mit den Ergebnissen und Unterstützung bei der Umsetzung. Führungskräfte, die sich als Betroffene statt als Gestalter fühlen, werden zum Engpass.

Kontakt

PRIOTAS GmbH

Im Mediapark 5
50670 Köln

Tel: +49 (221) 300636-0
[email protected]
www.priotas.de

Nach oben