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Wellenlogik oder individueller Prozess?

Wellenlogik oder individueller Prozess?

Führungskräfte-Feedbacks lassen sich grundsätzlich in zwei Logiken organisieren. Welche passt, hängt davon ab, wann und wie oft die Ergebnisse gebraucht werden.

Wellenbasiert (Projektlogik)

Ausgewählte Führungskräfte, bestimmte Bereiche oder Hierarchieebenen durchlaufen das Feedback in einem definierten Zeitraum. Planung, Kommunikation und Auswertung laufen zentral. Eine Welle dauert in der Regel zwei bis drei Wochen. Das ergibt ein einheitliches Bild für die teilnehmende Gruppe und eignet sich gut, wenn Ergebnisse übergreifend verglichen oder an einen unternehmensweiten Entwicklungsprozess angebunden werden sollen. Typisch: ein bis zwei Wellen pro Jahr.

Wellenbasierte Feedbacks passen besonders dann, wenn Führungskräftegespräche in der Organisation in einem festen Zeitraum stattfinden und die Ergebnisse als Grundlage dafür dienen sollen.

Kontinuierlich (Systemlogik)

Führungskräfte wählen den Startzeitpunkt ihrer Befragung selbst und stoßen einen individuellen Prozess an. Das Feedback wird Teil des persönlichen Entwicklungszyklus statt eines zentralen Projekts. Das ergibt maximale Flexibilität und Eigenverantwortung, setzt aber voraus, dass die Organisation einen Rahmen definiert: Wer nimmt wann teil? Wie wird sichergestellt, dass alle Führungskräfte das Instrument nutzen? Wie werden Ergebnisse auf übergeordneter Ebene sichtbar?

Kontinuierliche Feedbacks passen dann, wenn Führungskräftegespräche nicht an einen festen Zeitraum gebunden sind, sondern nur definiert ist, dass sie einmal pro Jahr stattfinden. Die Führungskraft steuert den Zeitpunkt selbst und nutzt das Feedback als Vorbereitung.

Beide Logiken lassen sich auch kombinieren, etwa mit einer wellenbasierten Einführung, die anschließend in einen kontinuierlichen Betrieb übergeht. Entscheidend ist, dass der Prozess zur Steuerungslogik der Organisation passt und nicht umgekehrt.

Typische Rücklaufquoten bei Führungskräfte-Feedbacks liegen bei 70 bis 90 Prozent, deutlich höher als bei Mitarbeitendenbefragungen, weil der persönliche Bezug stärker ist.

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