Mitarbeiterbefragung | 29.07.2015

9 gute Gründe für eine Mitarbeiterbefragung

Simone Weltzin
von Simone Weltzin

Oftmals benötigen Verantwortliche der Mitarbeiterbefragung eine Argumentationshilfe für ihr Top-Management.  Welchen Nutzen stiften Mitarbeiterbefragungen denn überhaupt? Unsere Antwort fällt, abhängig vom Einsatzzweck der Befragung, unterschiedlich aus.
Ausschlaggebend ist,  wie mit den Ergebnisdaten der Mitarbeiterbefragung umgegangen wird. Neben Nutzenfaktoren, die sich aus dem Prozess heraus ergeben – auch diese werden im Folgenden vorgestellt – bestimmt die Auswahl der Inhalte letztlich den Wert.


Die wichtigsten Gründe sind in folgendem Beitrag aufgeführt:

Starten wir mit den Evergreens, Newcomern und den Spezialitäten. Der Nutzen wird dabei nach der Mitarbeiterbefragung gehoben – genau dann, wenn anhand der Ergebnisse Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet und erfolgreich umgesetzt werden.


1.    Engagement und Commitment - die Evergreens

Die meisten Mitarbeiterbefragungen, die wir durchführen, haben das Ziel, das Engagement bzw. Commitment der Belegschaft zu messen und im Nachgang zu erhöhen. Verschiedene Studien zeigen, dass Organisationen mit hohen Engagement-Werten ihrer Belegschaft Organisationen mit niedrigeren Werten deutlich überlegen sind - gemessen an Gesamtkapitalrendite, Profitabilität und Unternehmenswert.[1] Unternehmen, deren Mitarbeiter ein stark ausgeprägtes Commitment aufweisen, profitieren von geringen Fehlzeiten und Kündigungsraten ihrer Mitarbeiter.

 

2.    Kundenorientierung und Veränderungsvermögen - die Newcomer

Kundenorientierung und Veränderungsvermögen rücken immer mehr in den Fokus deutscher Unternehmen. Umfang und Qualität der Kundenbeziehung haben Einfluss auf die Wiederkaufsrate, die Preissensibilität, die Empfehlungswahrscheinlichkeit sowie den Kauf oder die Inanspruchnahme weiterer Leistungen eines Anbieters.[2] Um weiterhin als Unternehmen erfolgreich zu sein, ist es erforderlich, sich schnell auf Änderungen der Umwelt einzustellen. Hierfür braucht es spezielle Fertigkeiten, die sich unter dem Begriff Veränderungsvermögen zusammenfassen lassen. Die Mitarbeiterbefragung liefert wichtige Hinweise, wie Kundenorientierung und Veränderungsvermögen gestärkt werden können.

 

3.    Informationssysteme speisen - die Spezialitäten

Über die beschriebenen Nutzenfaktoren hinaus kann es vielfältige Argumente unterschiedlicher Interessengruppen einer Organisation geben, eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen und entsprechende Themen zu platzieren, so z. B. das Monitoring interner Entwicklungsprogramme oder die Lieferung von Kennzahlen für KPIs oder Audits. 

 

Darüber hinaus hat die Mitarbeiterbefragung das Potential, noch weitere positive Effekte zu entfalten, die sich aus dem Prozess heraus ergeben.

 

4.    Partizipation

Mit einer Mitarbeiterbefragung kann ein repräsentatives Stimmungsbild der gesamten Belegschaft eingeholt werden - im Gegensatz z. B. zu Interviews oder punktuellen Workshops. Damit wird weitaus mehr als nur die „Spitze des Eisberges“ sichtbar.

 

5.     Effizienz

Die eigentliche Befragung der Belegschaft dauert in der Regel zwei bis drei Wochen – nach weiteren drei Wochen liegen die Ergebnisse vor. Damit wird in einem sehr kurzen Zeitraum der Großteil der Belegschaft erreicht.

 

6.    Verantwortungsgefühl

Der Veränderungsprozess, in den die Mitarbeiterbefragung eingebettet ist, findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern auf der Basis von Einschätzungen der Belegschaft. Damit steigt die Identifikation der Mitarbeiter mit den verknüpften Nachfolgeprozessen. Dies wiederum erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit der angestrebten Veränderungen, da den Mitarbeitern eine Verantwortung bei der Gestaltung ihrer Organisation zukommt.

 

7.    Verbesserungsprozesse initiieren

Oftmals stehen Themen, an denen gearbeitet werden sollte, schon lange im Raum. Irgendwie passiert aber nichts, es besteht kein ausreichendes Gefühl der Dringlichkeit. Hier kann die Mitarbeiterbefragung „nachhelfen“, sie macht aus Vermutungen belegbare Fakten, die den zündenden Funken zur Initiierung von Veränderungsprozessen liefern.

 

8.    Ganzheitlichkeit

Mit den Ergebnissen des Instruments lassen sich viele Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie liefern entscheidungsrelevante Informationen, die für die ganze Organisation von Nutzen sind, vom Management bis hin zur Teamebene.

 

9.    Erfolge feiern

Kontinuierliche Mitarbeiterbefragungen machen sichtbar, welche Fortschritte die Organisation in den Themenfeldern, an denen gearbeitet wird, erzielt. Dies zeigt der Belegschaft, dass ihre Bemühungen Früchte tragen und sich auch zukünftige Anstrengungen lohnen werden.

 

Fazit

Es gibt einige gute Gründe, die für die Durchführung einer Befragung sprechen. Die vorgestellten Nutzenfaktoren lassen sich am besten heben, wenn sie an vorhandene Instrumente, Vorhaben und Leitbilder   angeschlossen wird. Von besonderer Bedeutung ist eine flankierende Kommunikation, die die nutzenstiftenden Motive des Projekts deutlich macht und etwaige Bedenken bei der Belegschaft abbaut. Gleichfalls sollten relevante Stakeholder, wie der Betriebsrat, frühzeitig eingebunden und so „ins Boot“ geholt werden. Was am Ende aber zählt, ist, wie intensiv nach der Befragung bzw. zwischen Befragung und Folgebefragung mit den Ergebnissen gearbeitet wird. 

 

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[1] Macey, W. H., Schneider, B., Barbera, K. & Young, S. A. (2009). Employee Engagement, Tools for Analysis, Practice, and Competitive Advantage. Chichester: Wiley-Blackwell.
[2] Matzler, K., Stahl H.K., Hinterhuber, H.H. (2002). Die Customer-based View der Unternehmung. In: H.H Hinterhuber (Hrsg). Kundenorientierte Unternehmensführung. Kundenorientierung – Kundenzufriedenheit – Kundenbindung.

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