Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung im Einsatz: Stressabbau

Marcel Bruder
von Marcel Bruder

Als Stress bezeichnet man die psychische Überlastung eines Menschen. Der Körper schaltet auf Alarmmodus. Das ist nicht unbedingt negativ. In einer Situation, die eine Flucht notwendig macht, kann Stress sogar lebensrettend sein. Durch die Ausschüttung von verschiedenen Hormonen, zum Beispiel Kortisol und Adrenalin, kommt es zu einer Reihe von Reaktionen im Körper: Die Gefäße erweitern sich, dadurch verbessert sich die Durchblutung des Körpers und der Mensch ist zu Höchstleistungen imstande. Stresshormone hingegen, welche beispielsweise aufgrund von Termindruck im Büroalltag ausgeschüttet werden, können nicht optimal abgebaut werden. Dazu wäre eine gewisse körperliche Aktivität nötig - wie im obigen Beispiel geschildert. Im Büro ist die Wirkung sogar destruktiv: Die Stresshormone verhindern zielgerichtetes Handeln. Sie blockieren Areale im Gehirn, die wir für die Bewältigung komplexer Situationen benötigen. Ein gestresster Mensch greift auf altbewährte Handlungsmuster zurück, anstatt individuelle Lösungen zu entwickeln. Das schränkt die Leistungsfähigkeit enorm ein.

 

Stress: Gefahr für die Gesundheit 
Ein dauerhaft erhöhter Stresspegel stellt eine Gefährdung der Gesundheit dar. Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Bluthochdruck sind Beispiele für etwaige Beschwerden. Letzteres begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem fährt das Immunsystem nur noch auf Sparflamme und es kann vermehrt zu Infektionen kommen.
Psychische Folgen von Dauerstress sind beispielsweise Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit. Ein Abfall der beruflichen Leistung ist sehr wahrscheinlich. Im schlimmsten Falle erkrankt der Angestellte sogar an einer Anpassungsstörung oder an einer Depression, in der Regel einhergehend mit einem längerfristigen Arbeitsausfall. Der Volksmund spricht in diesem Zusammenhang vom Burn-Out.

 

Stress: Mit der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung den Auslösern auf der Spur
Für Stresszustände gibt es viele Auslöser: Leistungsdruck, Überforderung, ein schlechtes Zeitmanagement – all das sind Beispiele für die sogenannten Stressoren des Berufsalltags. Auch ein unangenehmes Arbeitsklima und Spannungen zwischen Kollegen können sich negativ auf die Psyche von Beschäftigten auswirken. Lange Anfahrtswege stellen für Pendler häufig eine zusätzliche Belastung dar.

Einen weiteren Stressfaktor kann die sogenannte Reizüberflutung – zu viel Input aller Art – darstellen. Wer auf der Arbeit ununterbrochen und in großen Mengen Informationen verarbeiten muss, ständig erreichbar und in Kontakt mit anderen Menschen ist, der ist mit der Verarbeitung dieser Stimulanzien häufig überfordert.
Allerdings kann auch das genaue Gegenteil für Stress sorgen: Monotonie, Unterforderung und wenig Kontakt zu anderen Menschen. Ob eine Situation als belastend wahrgenommen wird, hängt von den eigenen Kompetenzen und Präferenzen ab. Inwiefern das Arbeitsumfeld für die Angestellten eine schädliche Beanspruchung darstellen könnte, lässt sich mithilfe einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung untersuchen. Neben schädlichen Anforderungen werden dabei auch hilfreiche Ressourcen identifiziert. Dies erweitert den Spielraum bei der Ableitung geeigneter Maßnahmen immens.

 

Stress reduzieren: Geeignete Maßnahmen
Grundsätzlich stehen Organisationen eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, wie sie eine stressbedingte Gefährdung ihrer Mitarbeiter verhindern können.
An erster Stelle steht immer die Prävention, selbst wenn es bereits zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen gekommen ist. Maßnahmen zum Stressabbau hingegen fokussieren auf bestehende Stressoren des Arbeitsalltags.


Stressoren aufspüren und beseitigen
Durch die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung lässt sich herausfinden, welche Faktoren Stress verursachen. Darüber hinaus können geeignete Puffer identifiziert werden, die eine Fehlbelastung neutralisieren.


Rahmenbedingungen anpassen
Die Arbeitszeiten beispielsweise spielen in einigen Fällen als Belastungsfaktor eine große Rolle. Durch eine Flexibilisierung kann eine Entlastung erreicht werden. Gleitzeit-Modelle, Home-Office-Tage oder ein Wechsel von Voll- zu Teilzeit sind häufig hilfreich.

Gegen Stress durch Monotonie oder Überforderung ist die Umverteilung einzelner Aufgaben unter der Belegschaft in vielen Fällen sinnvoll. So wird die Tätigkeit interessanter gestaltet oder der Arbeitspegel auf ein angemessenes Niveau gebracht.
Es gibt immer wieder Fälle, wo sich die Ursachen schädlicher Anforderungen nur schwerlich eliminieren lassen. Ein Call-Center-Mitarbeiter, der Beschwerden unzufriedener Kunden entgegen nimmt, wird immer wieder Gespräche führen müssen, bei denen sich das Klientel im Ton vergreift. Gehören solche Stress-Situationen zum Arbeitsalltag, gilt es diese entsprechend abzupuffern und entsprechende Ressourcen zu stärken.

 

Mit Stress umgehen lernen
Zurück zum Call-Center-Mitarbeiter: Trainings zum Umgang mit schwierigen Kunden helfen, die eigenen Fähigkeiten zu stärken. Ziel ist es, auch bei ungünstigen Gesprächssituation den Stresspegel niedrig zu halten. Darüber hinaus können auch Dialoge mit dem Betriebspsychologen oder Anti-Stress-Seminare hilfreich sein. 


Stressabbau fördern
Hat sich bei den Beschäftigten bereits ein gewisses Maß an Stress aufgebaut, kann dem beispielsweise durch Sport- oder Entspannungskurse entgegen gewirkt werden: Je nachdem, ob man sich lieber beim Joggen auspowert oder beim Yoga abschaltet. Durch das Einführen eines kostenlosen Kursangebots kann ein Unternehmen hier unterstützend agieren.

 

Fazit
Die Maßnahmen zur Minimierung oder Abpufferung psychischer Belastungsfaktoren sind vielfältig. Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung hilft, an den richtigen Stellen anzusetzen und wirkungsvolle Maßnahmen zu identifizieren.

 

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